PECS bei Kleinkindern mit Autismus

Eine staatlich geförderte Studie belegt, dass PECS bei Kleinkindern mit Autismus zu einem raschen Zuwachs an Sprach- und Kommunikationsfertigkeiten führt.

Laut einer qualitativ hochwertigen staatlich geförderten Studie, die sämtlichen wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, sind bei den meisten nicht- oder minimal verbalen Kleinkindern mit Autismus bei korrekter Anwendung von PECS nach dem Picture Exchange Communication System – Handbuch, 2. Auflage rapide Steigerungen ihrer bildbasierten Fertigkeiten zu verzeichnen.

Außerdem erzielten die Kinder der PECS -Gruppe die gleichen Erfolge bei der Verbesserung ihrer Verbalsprache wie die Kinder der Vergleichsgruppe, bei der PRT (Pivotal Response Training) angewandt wurde. Dies ist eine weit verbreitete Methode speziell zur Verbesserung der Sprechfertigkeiten.

Die aktuelle Ausgabe des Journal of Autism and Developmental Disorders (Mai 2014) veröffentlichte die Ergebnisse dieser Studie, die mit mehr als einer Million US Dollar vom National Institute of Mental Health (NIMH) gefördert worden war.

Die Studie war von Forschern an der University of California mit dem Auftrag durchgeführt worden, die Wirksamkeit zweier Verfahren zur Förderung von Sprach- und Kommunikationsfertigkeiten bei Kindern mit ASD zu untersuchen und zu vergleichen, das Picture Exchange Communication System und das Pivotal Response Training. Die Autismusforscher, die diese Studie durchgeführt haben, werden seit über 25 Jahren finanziell unterstützt, um die Wirksamkeit von PRT und Elterntrainingsmethoden für Kinder mit Autismus zu verbessern.  

 

Zuwachs an verbaler Sprache 

Die Forscher stellten für diese Studie 39 Kinder im Alter zwischen 18 und 47 Monaten mit der Diagnose ASS und weniger als 10 Worten zusammen. Diese 39 Kinder wurden dann nach einem geschichteten Zufallsverfahren der PECS- oder der PRT-Gruppe zugeordnet. Beide Interventionen wurden durch eine Kombination von Elterntraining und häuslicher Anwendung von geschulten Therapeuten in insgesamt 11 Stunden wöchentlich durchgeführt.

Es zeigte sich, dass die Kinder beider Gruppen während der Studie bedeutende Fortschritte in ihren Sprachfertigkeiten machten und die gleichen Ergebnisse bei gesprochener Sprache erzielten (2). Insgesamt verfügten am Ende der Laufzeit 78% der Kinder über mehr als 10 funktionelle Worte, wobei die durchschnittliche Zahl der neuerlernten Worte in der PECS-Gruppe bei 83 und in der PRT-Gruppe bei 71 lag (2). Da vorausgegangene umfassende Forschungen die Wirksamkeit von PRT bei Kindern mit Autismus bereits bewiesen hatten, belegten die Ergebnisse dieser aktuellen Studie, dass die Anwendung von PECS zu einem ähnlichen Sprachzuwachs führt wie die anderer, auch sprachbasierter Verfahren.

 

Zuwachs an Kommunikation 

Während 78% der Kinder beider Vergleichsgruppen am Ende der Studie mehr als 10 und jedes Kind im Durchschnitt 75 gesprochene Worte funktionell verwendeten, machten die verbliebenen 22% keine solchen Fortschritte. In der PECS-Gruppe jedoch lernten alle Kinder bis auf eines (95%) während dieser sechs Monate mit Bildern zu kommunizieren. Die Eltern beider Gruppen zeigten sich insgesamt zufrieden.

 

Literaturhinweise

  1. Frost, L., & Bondy, A.(2002) The Picture Exchange Communication System Training Manual, 2nd Edition. Pyramid Educational Consultants, Inc.
  2. Schreibman, L., & Stahmer, A. C. (2014).  A Randomized Trial Comparison of the Effects of Verbal and Pictorial Naturalistic Communication Strategies on Spoken Language for Young Children with Autism.  Journal of Autism and Developmental Disorders, 44(5), 1244-51.
  3. Maglione M. A., Gans D., Das L., Timbie J., Kasari C.; Technical Expert Panel; HRSA Autism Intervention Research – Behavioral (AIR-B) Network.  (2012).  Nonmedical interventions for children with ASD:  recommended guidelines and further research needs.  Pediatrics, 130, Suppl 2, S169-78.
  4. Odom, S. L., Collett-Kingenberg, L., Rogers, S. J., & Hatton, D. D.  (2010). Evidence-Based Practices in Interventions for Children and Youth with Autism Spectrum Disorders.  Preventing School Failure: Alternative Education for Children and Youth, 54(4), 275-282.
  5. Boyd, B. A., Odom, S. L., Humphreys, B. P., & Sam, A. M.  (2010).  Infants and Toddlers With Autism Spectrum Disorder: Early Identification and Early Intervention.  Journal of Early Intervention, 32(2), 75-98.

 

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